Dankbarkeit als Reaktion auf eine sich verändernde Welt

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März 2020 – In einer sich täglich wandelnden Welt, wenn Zweifel an bisherigen Gewohnheiten wachsen, wenn große Unsicherheit um sich greift, wenn altes vergeht und neues entsteht, kann Dankbarkeit eine Antwort auf viele Fragen sein.

Dankbarkeit für alles, was wir bislang hatten und genießen konnten, aber auch Dankbarkeit für neue Chancen, Mitmenschlichkeit, Zuversicht, Trost und Liebe.

Fragt mich jemand, ob ich bestimmte Situationen oder Umstände in meinem Leben lieber missen würde, ist meine Antwort meist ein klares Nein. Zum einen kann ich die Vergangenheit nicht ändern. Zum anderen hat sich fast immer herausgestellt, dass selbst schwierige Verhältnisse zu etwas Positivem geführt haben. Der Sinn einer Veränderung hat sich dadurch zwar erst im Nachhinein erschlossen, mich aber offener, aufmerksamer und letztlich zuversichtlicher werden lassen. Dafür bin ich heute dankbar.

Jetzt müssen wir es schaffen, Dankbarkeit zu antizipieren, auch wenn uns wegen bedrohlicher Umstände nicht danach ist.

Eines ist klar: Die gegenwärtige Corona-Krise wird tiefe Spuren hinterlassen – menschlich wie wirtschaftlich. Es ist zu früh, um das Ausmaß einzuschätzen und mit Zahlen zu versehen. Und es ist wahrlich zu früh zu verstehen, welche positiven Veränderungen diese Krise möglicherweise auf den Weg bringt.

Aber wir sehen auch, wie Menschen sich mehr denn je füreinander einsetzen, und ganze Völker anderen Nationen beistehen. Wir erleben, wie geschickt Künstler mit der Tatsache umgehen, dass es vorerst keine Konzerte, keine Messen, keine Ausstellungen mehr geben wird. Wir lauschen Wohnzimmerkonzerten, genießen Opern über das Internet. Wir verstehen Digitalisierung als das Rückgrat unserer Schulen, unseres Bedürfnisses nach Kommunikation und als Möglichkeit zur Heimarbeit. Wissenschaftler, Politiker und Unternehmen arbeiten unermüdlich daran, Lösungen zur Eindämmung der Gefahr zu finden. Paare, Familien haben Zeit füreinander und entdecken möglicherweise eine neue Qualität des Zusammenseins.

All das wächst und bewährt sich in wenigen Wochen. Ich finde, das sind viele Gründe für Dankbarkeit. Auch wenn der Ausgang der Krise noch nicht absehbar ist.

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